So, wie emotionale Hemmungen entstanden sind, lassen sie sich (von psychischen und neuronalen Erkrankungen einmal abgesehen) auch wieder beseitigen: Es müssen selbstsichere Reaktions-Systeme erworben werden. Dies geschieht u.a. durch ein systematisches und wiederholtes Erleben von Situa- tionen, in denen Trainingsteilnehmer ihre Gefühle frei und sicher ausdrücken.

Aus der modernen Neurobiologie ist bekannt, dass unser Gehirn in hohem Maße flexibel und plastisch ist und wiederholte Ver- haltens- und Erlebnismuster, z.B. das Schreiben von SMS per Handy oder der freie Ausdruck von Gefühlen, deutliche Spuren im Gehirn hinterlassen. Systematisches Training aktiviert die zu einem Verhaltens- und Erlebnismuster gehörenden Gehirnberei- che, so dass ein Trainingseffekt entsteht. Was zunächst be- wusste Anstrengung erforderte, läuft mit der Zeit leicht und ganz automatisch ab.

Die EE-Methode ist ein systematisches und hoch effizientes Training mit dem Ziel, selbstsichere Reaktions-Systeme zu entwickeln. Sie wurde didaktisch auf den Bedarf von emotional gehemmten Menschen abgestimmt und bietet folgende Vorteile:

1. Sie ist leicht zu verstehen.
2. Die Übungen sind auch für Laien einfach durchzuführen.
3. Es werden keine speziellen Kenntnisse benötigt.
4. Sie bemerken den positiven Effekt schon nach relativ kurzer Zeit.
5. Bei korrekter Umsetzung können emotionale Hemmungen bereits
5. innerhalb von ca. 10 Wochen behoben werden.

Alle Punkte gelten unter der Bedingung, dass keine psychischen oder neuronalen Krank- heiten vorliegen und das Training regelmäßig und diszipliniert umgesetzt wird. Der Zeit- bedarf je Übung liegt bei wenigen bis maximal 20 Minuten. Der Erfolg steigert sich konti- nuierlich von Tag zu Tag, von Woche zu Woche.

Störungen, bei denen der Einsatz der EE-Methode unter der Voraussetzung psychischer und neurologischer Gesundheit empfohlen wird:

Unsicherheit in Gesellschaft, starkes Lampenfieber, seelische und soziale Hemmungen, Erröten, Angst vor Vorgesetzten, Befangenheit vor Personen des anderen Geschlechts, Minderwertigkeitsgefühle, Minderwertigkeitskomplexe, Menschenscheu, falsche Scham- und Schuldgefühle, Mangel an Courage, Schüchternheit, Entfaltungsprobleme, Men- schenscheu, sozialer Kontaktmangel, Ausdrucksgehemmtheit und Ausdrucksunsicher- heit, Angstgefühle vor ganz bestimmen Personen und Personenkreisen, Angstgefühle vor ganz bestimmen Situationen, Unfähigkeit, anderen Menschen frei in die Augen zu sehen, Mangel an Gelassenheit, Examensangst, Furcht vor Ämtern und Amtspersonen, Verlegenheitsgefühle, Angstschweiß in bestimmen Situationen und vor bestimmten Personen, Angst und Scheu vor Unterhaltungen und Gesprächen, Angst vor dem freien Ausdruck der eigenen Meinung, Mangel an Durchsetzungsfähigkeit, Mangel an Ent- schlussfähigkeit, leichte Beeinflussbarkeit bzw. Willensschwäche, Überempfindlichkeit gegenüber Gemütsbewegungen.

In diesen Fällen raten wir Ihnen vom Einsatz der EE-Methode ab:

1. Vorliegen psychischer Erkrankungen* (z.B. Phobien)
2. Vorliegen neuronaler Erkrankungen*
3. Mangelndes Durchhaltevermögen und fehlende Disziplin bei der eigenverant-
3. wortlichen Durchführen einer Selbstunterrichts-Methode über ca. 10 Wochen

* Bitte konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Arzt oder Psychotherapeuten

Prof. Gerald Hüther:
“Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn”
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht

Der renommierte Hirnforscher Gerald Hüther übersetzt die neuesten, faszinierenden Erkenntnisse der Neurobiologie in eine verständliche Sprache und zeigt dem Leser auf, wie er konkret für sein eigenes Leben daraus profitieren kann. In der modernen Hirn- forschung wurden bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Die sogenannte Plastizität des menschlichen Gehirns bedeutet, dass es lebenslang veränderbar, ausbaubar, an- passungsfähig ist. Sogar die Masse der Gehirnzellen ist, entgegengesetzt der früheren Auffassung der Wissenschaftler, nicht endgültig festgelegt, sondern kann im Verlauf des Lebens noch zunehmen. Nach den neuesten Erkenntnissen der Hirnforscher hat die Art und Weise der Nutzung des Gehirns einen entscheidenden Einfluss darauf, welche neu- ronalen Verschaltungen angelegt und stabilisiert oder auch destabilisiert werden. Die innere Struktur und Organisation des Gehirns passt sich also an seine konkrete Benut- zung an.

Wenn das Gehirn eines Menschen aber so wird, wie es gebraucht wird und bisher ge- braucht wurde, dann stellt sich die Frage, wie wir eigentlich mit unserem Gehirn umge- hen müssten, damit es zur vollen Entfaltung der in ihm angelegten Möglichkeiten kom- men kann.

In einer leicht lesbaren, bildreichen Sprache geht der Neurobiologe Gerald Hüther die- sem Fragenkomplex nach und gelangt zu Erkenntnissen, die unser gegenwärtiges Welt- bild erschüttern und die uns zwingen, etwas zu übernehmen, was wir bisher allzu gern an andere Instanzen abgegeben haben:
Verantwortung.

Zur Person: Dr. rer. nat. Dr. med. habil. Gerald Hüther ist Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Zuvor, am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, hat er sich mit Hirnentwicklungsstörungen und mit der langfris- tigen Modulation monoaminerger Systeme beschäftigt; als Heisenbergstipendiat hat er ein Labor für neurobiologische Grundlagenforschung aufgebaut.

Bedienungsanleitung für
ein menschliches Gehirn
Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther

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